Einladung zum 131. Jour Fixe

der Stiftung ex oriente

- Chinas Sprache, Kultur und Wirtschaft in Deutschland

am Freitag, den 9. März 2018, um 19:30 Uhr

Ort: Hofstatt 1 (Färbergraben 16), 4. Stock, 80331 München
c/o P+P Kanzlei Pöllath + Partners

Chinesische Regiekunst? - Zum Umgang zeitgenössischer chinesischer Theatermacher mit ihrem kulturellen Erbe

Die Schwächung der Tradition und die Verwässerung des Erbes sind der Todfeind für die künftige Entwicklung der Kultur eines Volkes.
-- Guo Xiaonan (*1957)

Rebellion, Zweifel und Ideale sind am wichtigsten. Es gilt für immer die Haltung der Jugend zu bewahren und immer vorwärts zu drängen.
-- Meng Jinghui (*1964)

Heute sind das Wissen um die Natur, die auf dem Glauben errichteten Tempel des Westens und des Ostens, die existentiellen Wahrheiten und die Schicksalsmythen der Generationen vor und nach Shakespeare bereits von der riesigen Maschinerie des Kapitalismus zerstört worden und zu Ruinen geworden. [...] Wir müssen uns von der Welt der Natur und der Mythen verabschieden und uns der Alltagswelt zuwenden. Wir müssen den Menschen neu benennen.
-- Li Jianjun (*1972)

Wenn man Theatermacher in China heute zu ihrem Schaffen befragt, kommt fast immer das Verhältnis zwischen traditionellem und zeitgenössischem Theater zur Sprache, häufig formuliert als Verhältnis zwischen westlich geprägtem Sprechtheater (huaju) und traditionellem Singspiel (xiqu). Wie dieses Verhältnis bestimmt wird, variiert dabei je nach Künstler beträchtlich: In verblüffender Gleichzeitigkeit treffen sorgenvolle Bewahrer auf spielerische Avantgardisten, vorsichtige Reformer auf radikale Ikonoklasten.

Wie erklären sich diese unterschiedlichen Positionen, wie schlagen sie sich auf der Bühne nieder und welche Rückschlüsse lassen sie auf die Entwicklung des Theaters in China zu? Um Antworten auf diese Fragen zu finden, sollen in diesem Vortrag einerseits wichtige zeitgenössische Regisseure und ihre Ansichten zum traditionellen bzw. modernen Theater vorgestellt werden. Andererseits gilt es aber gerade den Begriff des „traditionellen“ Theaters zu hinterfragen und die ideengeschichtlichen Wurzeln offenzulegen, die das Theaterschaffen in China heute bestimmen. Dazu wird ein Rückblick auf die begriffliche „Sattelzeit“ im früheren 20. Jahrhundert unerlässlich sein.

Stefan Christ (*1986) hat Sinologie und Philosophie in Berlin, Hamburg, Beijing und Nanjing studiert und ist derzeit wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung für Sprache und Kultur Chinas am Asien-Afrika-Institut der Universität Hamburg. Er hat zahlreiche Stücke des zeitgenössischen chinesischen Theaters übersetzt und Inszenierungen u.a. von Lin Zhaohua, Meng Jinghui, Nick Yu Rongjun und Tian Gebing begleitet. Drei seiner Übersetzungen – Der Go-Mensch und Die Frösche von Guo Shixing, sowie Bernstein von Liao Yimei – erschienen 2015 in der Anthologie Mittendrin: Neue Theaterstücke aus China (Verlag Theater der Zeit). Ebenso hat er als Übersetzer und wissenschaftlicher Berater an der Publikation Regiekunst heute - Stimmen und Positionen aus China mitgearbeitet, das demnächst im Alexander Verlag Berlin erscheint.
 

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

P+P Pöllath + Partners
Hofstatt 1
80331 München

Jour Fixe

Jeden zweiten Freitag im Monat laden wir Sie herzlich zu unserem Jour Fixe ein.

In einem ungezwungenem Rahmen mit Vorträgen und kulturellem Programm möchten wir eine Gelegenheit zum gesellschaftlichen Austausch bieten. Der Eintritt ist frei. Sie können unser Online-Formular nutzen und uns Ihre Meinung mitteilen.

Um dauerhaft ein hohes Niveau unserer Jour Fixes sicherstellen zu können, bitten wir Sie um Ihre Unterstützung. Ihre Spende hilft uns auch zukünftig die Kosten für Vorträge und künstlerische Beiträge bestreiten zu können. Gerne können Sie auch für konkrete Projekte spenden. Sprechen Sie uns an.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Ansprechpartnerin

Fangfang Gao
fangfang.gao[at]pplaw.com

Tel.: +49 (0) 89 - 24 24 0 600
Fax: +49 (0) 89 - 24 24 0 999

Bürozeiten:
Mo - Fr 10.00 - 16.00 Uhr